Ermutigung

An alle Menschen in Ferden, in Kippel, in Wiler, in Blatten

Liebe Leute, liebe Kinder, liebe Jugendliche, liebe Frauen, liebe Männer –

Wir durchleben momentan eine sehr schwere Zeit. Die Zahl der Menschen, die am Corona-Virus erkranken und jener, die an der Krankheit sterben steigt laufend. Es scheint als wären wir weltweit dieser schrecklichen Krankheit ohnmächtig ausgeliefert. Ein Gefühl der Beklemmung und Unsicherheit überkommt mich, wenn ich daran denke, wie lange diese Situation wohl noch anhalten wird, oder wenn ich durch unsere Dörfer gehe und nur ganz wenige Leute antreffe.

Und dann schaue ich auf die Natur und sehe, der Frühling lässt sich nicht aufhalten. Die Sonne scheint schon viel länger und wärmer, und das neue Leben wird sich seinen Weg bahnen. Ich fasse Zuversicht und Vertrauen und diese Zuversicht wird auch genährt, wenn ich im 2. Timotheusbrief diese Worte lese: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2 Tim 1,7).

Auch Paulus kannte Situationen, in denen er ohnmächtig und wie am Boden war. Aber offenbar hat ihm sein Gottvertrauen immer wieder geholfen, solche Phasen zu überstehen. Die Kraft des Gottvertrauens, das Gefühl, trotz aller Zweifel im Glauben verwurzelt zu sein – meint Paulus das, wenn er vom Geist oder von der Geistesgabe der Besonnenheit spricht? Ich glaube ja, und ich würde hinzufügen: Als Christen dürfen wir um diese innere Haltung der Besonnen­heit oder Gelassenheit beten. Und wir dürfen uns darin gegenseitig bestärken.

 

Jesus weckt seinen Freund Lazarus vom Tode auf. Die Trauer und die Tränen von Maria und Marta gehen Jesus zu Herzen. Jesus weint. Jesus fühlt mit, Jesus steht nicht tatenlos da. Gott wird nie aufhören, unsere Tränen abzuwischen und unsere Gräber zu öffnen, wie es der Prophet Ezechiel sagt (vgl. Ez 37,12b u.ö.). Gott führt herauf aus dem Tod, Gott führt ins Leben. – Auch jetzt dürfen wir in aller Not viele Zeichen des Lebens und der Hoffnung erkennen: Menschen helfen einander, Freiwillige besorgen Einkäufe für die älteren Mitmenschen; Ärzte und Pflegepersonal arbeiten bis an ihre Grenzen für die Erkrankten; Eltern arbeiten von Zuhause aus und verbringen mehr Zeit mit ihren Kindern, in der Familie; wir sind gezwungen, die Geschwindigkeit unserer Alltagsgeschäfte herunterzufahren und gewinnen viel Zeit für Dinge, die sonst viel zu kurz kommen …. und vieles mehr. Dürfen wir in alle dem nicht auch Zeichen des Lebens und der Hoffnung sehen? Können wir darin nicht ganz viele Wege erkennen, auf denen Gott uns mitten in der Not hinführt zur Hoffnung? Sind es nicht Wege, auf denen wir in aller Ausweglosigkeit doch noch ein Stück Freude erleben, Dankbarkeit, Lachen, Zuversicht?

So hört Gott auch in dieser schweren Zeit nicht auf, unseren Weg mitzugehen und uns zu stärken. Er ist mit Marta, mit Maria und mit Lazarus geblieben. Er schenkt ihnen neues Leben. Er bleibt auch bei uns. Er schenkt auch uns neues Leben.

- Ich lade euch ein, daheim – mehr als sonst – eine Kerze anzuzünden und miteinander ein Vaterunser zu beten und dabei die vielen Notleidenden einzuschliessen.

- Ich lade euch ein, euch zu umarmen und zu spüren: wir sind nicht allein auf unserem Weg, wir sind begleitet und getragen.

- Ich lade euch ein, euch Geschichten oder Witze zu erzählen, die euch Freude und Lachen bringen. Dinge auch, die euch zum Nachdenken anregen.

- Ich lade euch ein, in der Bibel zu lesen, vor allem aus den Erzählungen über Jesus könnt ihr Kraft schöpfen.

- Ich lade euch ein, bewusst Zeit für Gott einzuplanen, für das, was eurer Seele gut tut und euren Glauben stärkt. Zeit für das, was euch Hoffnung und Zuversicht schenkt.

 

Möge Gott euch alle segnen und behüten! Oder wie es ein irisches Segenslied wunderschön ausdrückt: „Bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!“

 

Mit allen verbunden im Gebet.

Liebe Grüsse:

Euer Pfarrer/Prior Thomas Pfammatter

 

 

 

 

 

 

Weisungen an alle Pfarreien des Lötschentales

Aufgrund der Weisungen des Bundes, des Kantons und des Bistums gelten für die Pfarreien des Lötschentales voraussichtlich bis Ende April die folgenden Massnahmen:

  • Alle vorgesehenen Samstags- und Sonntagsmessen fallen aus. Dies gilt auch für die Messen an Festtagen, sowie für die Gottesdienste in der Karwoche und an Ostern.
  • Es werden keine Schulmessen gefeiert.
  • Die Erstkommunion wird auf den Herbst 2020 verschoben.
  • Beerdigungen werden im kleinsten Familienkreis gehalten.
  • Das Totengebet an den Abenden vor einer Beerdigung fällt aus.
  • Die Werktagsmessen fallen aus.
  • Andachten und Gebetsstunden in der Gemeinschaft fallen aus.
  • Leider müssen Krankenbesuche ebenfalls entfallen.

Trotz dieser Einschränkungen können die Menschen an der Eucharistie teilhaben durch Fernsehgottesdienste und durch die geistige Kommunion.

Alle Personen, die zu den gefährdeten Risikogruppen zählen oder Krankheitssymptome aufweisen, werden gebeten, zu Hause zu bleiben.

Es sind drastische Massnahmen, die aufgrund der Anweisungen der zuständigen politischen und geistlichen Behörden unumgänglich sind. Diese Massnahmen dienen dem Ziel, die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft zu schützen.

Nichtsdestotrotz wollen wir weiterhin zu Gott beten und Ihm unsere Anliegen vorbringen. Leider können wir das im Moment nicht mehr als versammelte Gemeinschaft tun.

Wir sind verbunden im Gebet und in guten Gedanken, wir helfen einander, so gut es geht. Wir bitten um Annahme und um Befolgen dieser Entscheide. Gottes Segen begleite uns alle auf unserem Weg!

Thomas Pfammatter, Pfarrer und Prior

Hans Peter Blötzer, Pfarreiratspräsident Ferden

Georg Jaggi, i.V. Pfarreiratspräsident Kippel

Anita Rieder-Ritler, Pfarreiratspräsidentin Wiler

Renato Kalbermatten, Pfarreiratspräsident, Blatten