Können wir dieses Jahr Fronleichnam feiern?

Eine Frage, die uns in diesen Zeiten bewegt. Ein Frage, die viele an mich herangetragen haben. Zum jetzigen Zeitpunkt (Redaktionsschluss des Juni-Pfarrblatts) kann ich leider keine befriedigende Antwort geben. Wie ihr alle wisst, sind grössere Menschenansammlungen nach wie vor nicht erlaubt. Der Bundesrat wird am 8. Juni 2020 die Ergebnisse seines Monitorings bekanntgeben und weitere Massnahmen erläutern. Ich befürchte, dass sich für die Situation unserer Gottesdienste nicht allzu viel ändern wird. An Fronleichnam, Segensonntag und an der Kirchweihe in Kippel wären ganz sicher jeweils mehr als 100 Personen anwesend. Ich sehe bis anhin keine überzeugende Möglichkeit, die geforderten Abstandsregeln und Hygienevorschriften einzuhalten.

Eine Feier im Freien gilt es abzuwägen. Aber auch hier würden sich viele Leute versammeln, woraus sich die hinlänglich bekannte Problematik ergäbe. Dass nur einzelne Menschen an den Feiern teilnehmen, widerspricht dem Kern des Gottesdienstes, wäre wohl völlig elitär, und ich lehne das ab. Mit den Pfarreiratspräsidenten und dem Führungsstab werde ich die weiteren Schritte besprechen.

Das Pfarrblatt erscheint in gewohnter Weise. Die geplanten Gottesdienste werden aller Voraussicht nach noch nicht stattfinden können. Die angegebenen Alpsegnungen werde ich auf jeden Fall durchführen. Sie finden im Freien statt, und es versammeln sich erfahrungsgemäss wenige Leute. Die Situation ist also gut überschaubar und das geforderte Sicherheitshandling leicht umzusetzen. Alle Stiftmessen, die aufgrund der Pandemie seit dem 14. März 2020 nicht mehr gefeiert werden konnten, werden automatisch um ein Jahr verlängert. Beerdigungen können inskünftig im grösseren Familienkreis stattfinden.

Auch die Feier von Taufen im Kreis der Familie ist ab sofort wieder möglich. Ich freue mich, wenn ein grösseres Mass an Normalität auch in unseren gottesdienstlichen Feiern Einzug halten wird. Bis dahin bleiben wir im Gebet verbunden. Bei jedem Gottesdienst, den ihr über Bildschirm, Handy, etc. mitverfolgt, könnt ihr geistig kommunizieren. Dem persönlichen Gebet stehen die Kirchen und Kapellen, die eigenen vier Wände, die persönlichen Gedanken und die herrliche Natur zur Verfügung.

Im Juni möchte ich die Kranken daheim wieder mit der Kommunion besuchen. Ob dies unter Einhaltung der geforderten Schutzmassnahmen, wie dies etwa auch die Spitex tut, möglich ist, kläre ich ab.

Das Geschenk des Heiligen Geistes, das wir alle empfangen haben, wird uns die guten Wege führen. Ich wünsche allen von Herzen ganz viel Hoffnung und güöte Müöt! Möge es uns allen auch weiterhin gelingen, unser Alltagsleben und unseren Glauben in Einklang zu bringen.

Mit euch verbunden:

Euer Pfarrer/Prior Thomas Pfammatter

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